In der Sitzung der Gemeindevertretung am 19. Februar wurde das Budget für das Jahr 2026 mit 23 von 33 Stimmen beschlossen.
Beim beschlossenen Budget handelt es sich – aufgrund der bekannten Rahmenbedingungen – um kein „Wunsch-Budget“. Die übliche, jährliche Indexierung der Gebühren, aber auch der größere Schritt im Parkraummanagement wurden von fünf Fraktionen gemeinsam beschlossen.
Alle Gemeinden Vorarlbergs unter Druck Österreichweit stehen Bund, Länder und Gemeinden vor erheblichen He-rausforderungen: Das gesamtstaatliche Defizit beträgt 2026 voraussichtlich 4,2% des BIP mit steigenden Umlagen wie Krankenhausbeiträgen und reduzierten Ertragsanteilen für Gemeinden. In Vorarlberg melden 46 der 96 Gemeinden Defizite, bedingt durch geringere Förderungen des Landes und Bundes sowie höhere Pflichtausgaben.
Operativ ausgeglichen, Darlehen nur für langfristige Infrastruktur Die immer wieder von Bürgermeister Martin Staudinger forcierte und von allen Mitgliedern des Gemeindevorstands und Finanzausschusses getragene Zielsetzung eines operativ ausgeglichenen Haushaltes konnte letztlich erfüllt werden. Etwas, das die Hälfte der Vorarlberger Gemeinden nicht schafft.
Für Investitionen werden Darlehen aufgenommen. Neben notwendigen Infrastruktursanierungen werden u. a. neue Kinderbetreuungsgruppen eröffnet. Der Gesamtschuldenstand inkl. ausgegliederter Betriebe steigt dabei um rund 1,5 Mio. Euro bzw. 3%. „Dennoch ist es unser Ziel und Anspruch, wieder besser zu werden und an das Niveau der Vorjahre anzuschließen. Daher dürfen wir nach den kurzfristig wirksamen Maßnahmen, auf die eine Verständigung möglich war, nun die Diskussion weiterer Schritte nicht aufschieben.“, so Bgm. Staudinger.
Finanzielle Rahmenbedingungen seitens Bund und Land Wohl keiner Bürgerin und keinem Bürger blieb es unbemerkt: Bund, Land und alle Gemeinden Vorarlbergs stehen unter Druck. Die Gemeinden – am Ende der Kette der Finanzzuweisungen – besonders. Weniger Einnahmen aus dem schlecht verhandelten Finanzausgleich, teils radikale und unangekündigte Förderkürzungen des Landes an Gemeinden, aber auch an Vereine, verstärken den Engpass der Gemeinden und der Vereine zusätzlich. Dies erfordert eine noch engere Zusammenarbeit aller Gemeindemandatarinnen und ‑mandatare.
Steigende Unterstützung für Vereine Obwohl viele Gemeinden im Bereich der Vereinsförderung klare Kürzungen zum Vorjahresniveau umsetzen und in Hard eine Stabilisierung der Ausgaben besprochen wurde, steigen diese Aufwendungen: Die Unterstützungen an Haushalte, Organisationen und Vereine (Subventionen/Vereinsförderungen) steigen um 233.300 Euro auf 2,9 Mio. Euro, das ist ein Plus von 8,7%. Dabei steigen die geplanten Mittel an Sportvereine um 15,85% und die Mittel für Kultur um 3,84%, wobei die meisten Kulturmittel an die Musikschule Hard sowie die Kulturwerkstatt Kammgarn gehen. Die Mittel für Soziales, Gemeinschaftspflege, Ehrenamt und Wirtschaftsförderung steigen um 9,1%.
Weniger Personalkosten in der Verwaltung Während im Verwaltungsbereich in den letzten Jahren sogar einige Personalreduktionen vorgenommen werden konnten, da Prozesse und Aufgaben besser, effizienter und moderner organisiert wurden, steigen im kommenden Jahr alleine im Bereich Betreuung die Personalzahlen an. Inflationsbereinigt sind die Personalkosten der Gemeinde in der Verwaltung – also abzüglich der Bereiche Bildung und Sicherheit – um rund 10% gesunken.
Mehr Personal für die Kinderbetreuung Mehr Personal braucht es für die Harder Kinder. Jedes Jahr wurden neue Gruppen eröffnet, in der Kleinkindbetreuung, in Kindergärten, und jedes Jahr wächst die Schulkindbetreuung in den Schulen zu Mittag und am Nachmittag. Anders als bei so manch anderer Gemeinde, erfolgt diese nicht durch ausgelagerte oder private GmbHs, die Schulkindbetreuerinnen sind vielmehr direkt bei der Marktgemeinde angestellt.
Erfolge der Finanzsanierung in Hard – 2022 und 2023 Schulden reduziert In den letzten fünf Jahren hat Hard trotz Pandemie, Energiekrise und Inflation strukturelle Reformen umgesetzt, Darlehensaufnahmen weitgehend vermieden und Schulden reduziert, wie der Rechnungshof-Bericht attestiert. Der operative Saldo lag 2022 bei plus 6,17 Mio. Euro und 2023 bei plus 5,85 Mio. Euro überdurchschnittlich hoch; 2024 erzielte Hard ein positives Nettoergebnis von über 1 Mio. Euro. Einzig für das Großprojekt Strandbad wurde von der Harder Sport- und Freizeitanlagen BetriebsgesmbH ein besichertes Darlehen aufgenommen.
Im Sommer 2025 Konsolidierungsprozess gestartet Für 2026 sah die makroökonomische Sachlage nochmals anders aus. Wie dem Bund, Ländern und allen Gemeinden bekannt, sind überall Sparmaßnahmen, die auch die Gemeinden treffen, die Folge, etwa durch reduzierte Förderungen seitens des Landes oder geringere Ertragsanteile seitens des Bundes.
Daher wurde in Hard bereits im Juni 2025 ein Konsolidierungsprozess gestartet und eine Vielzahl an Ideen gesammelt. Aufgrund des Feedbacks der Fraktionen wurde dieser Prozess immer wieder justiert und die Vorschläge in den verschiedensten Gremien und Ausschüssen diskutiert. Jene, über die Einigkeit bestand, wurden ins Budget aufgenommen, andere müssen die kommenden Monate weiterverfolgt werden.
Gemeinsame Verantwortung und Ausblick In unzähligen Stunden der Diskussion über das Budget fand sich viel Einigkeit, Sachlichkeit und Verantwortung. Ein Budget entsteht nur durch Mehrheiten. „Für den Beschluss des Budgets 2026 danke ich allen Beteiligten, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde, den Mandatarinnen und Mandataren, die in unzähligen Stunden am Budget gefeilt haben und schließlich den konstruktiven Kräften in der Gemeindevertretung, die das Budget beschlossen haben. So konnte endlich ein operativ ausgeglichenes Budget beschlossen werden. Im Sinne der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch der Vereine können nun endlich geplante Zusagen erfüllt werden, und es kann für Hard gearbeitet werden“, so Bgm. Martin Staudinger abschließend.