Die Wohnzufriedenheit in der Südtirolersiedlung Hard ist hoch. Das zeigt eine Bewohnerbefragung, die von der VOGEWOSI, der Marktgemeinde Hard und dem Land Vorarlberg gemeinsam in Auftrag gegeben und von der ifs Kompetenzstelle Siedlungsarbeit durchgeführt wurde.
“Ziel der Befragung war es, mit den Bewohnern ins Gespräch zu kommen, aber auch Klarheit zu schaffen für die Zukunft der ältesten Südtirolersiedlung des Landes”, betont VOGEWOSI Geschäftsführer Hans-Peter Lorenz „Wir versichern, dass in den nächsten fünf Jahren keine grundlegenden Änderungen in der Südtirolersiedlung Hard geplant sind. Es bleibt in dieser Zeit alles, wie es ist.“
Persönliche Gespräche statt anonyme Fragebogen Zwischen Februar und April 2026 wurden Gespräche mit Bewohnerinnen und Bewohnern der Südtirolersiedlung geführt. Insgesamt konnten 41 der 54 Haushalte (76%) erreicht und ausführlich befragt werden. Zum Zeitpunkt der Befragung standen 19 der insgesamt 73 Wohnungen leer. Die Befragung wurde bewusst als persönliche Gesprächsreihe organisiert. Heidi Lorenzi von der ifs Kompetenzstelle Siedlungsarbeit und ihr Team besuchten die Bewohnerinnen und Bewohner direkt in ihren Wohnungen.
„Wir wollten keine anonyme Fragebogenaktion, sondern persönliche Gespräche führen“, erklärt Heidi Lorenzi. „Oft sind aus kurzen Befragungen lange Gespräche am Küchentisch geworden.“ Ein Teil der Bewohnerinnen und Bewohner meldete sich gleich nach dem Ankündigungsschreiben selbst bei der ifs Kompetenzstelle Siedlungsarbeit. Andere Haushalte waren schwieriger erreichbar, auch sprachliche Barrieren spielten eine Rolle. Die Befragung basiert auf freiwilliger Teilnahme und subjektiven Einschätzungen der Bewohnerinnen und Bewohner.
Zusätzlich zu den Gesprächen mit den Haushalten wurden auch Systempartner:innen wie Hausverwaltung, Gemeindeverwaltung und Gemeindepolitik einbezogen. „Die Südtirolersiedlung ist für viele Menschen weit mehr als nur eine Wohnung“, weiß Bgm. Martin Staudinger aus Erfahrung „Leistbare Mieten und eine funktionierende Nachbarschaft schaffen Sicherheit und erhöhen die Lebensqualität am Standort Hard.“
Hohe persönliche Bindung an die Wohnanlage Die Ergebnisse zeigen ein klares Bild: Viele Menschen – vor allem ältere — leben schon sehr lange in der Südtirolersiedlung, sie sind das Leben hier gewohnt und möchten so lange es geht in ihren Wohnungen bleiben. Besonders positiv bewertet wurden die gute Nachbarschaft, die großzügigen Grünflächen, die Lage und die leistbaren Wohnungen. „Die hohe Wohnzufriedenheit hat uns in dieser Deutlichkeit überrascht“, sagt Heidi Lorenzi. „Viele Bewohnerinnen und Bewohner identifizieren sich sehr stark mit ihrer Wohnung und ihrem direkten Wohnumfeld. Die Nachbarschaft funktioniert außergewöhnlich gut.“
Auffallend ist der hohe Altersdurchschnitt. Kinder und größere Familien leben nur vereinzelt in der Anlage, besonders stark vertreten sind dagegen ältere Menschen über 60 Jahren sowie Ein- und Zweipersonenhaushalte. Heidi Lorenzi: „Die durchschnittliche Mietdauer liegt bei rund 50 Jahren, das älteste Mietverhältnis besteht seit der Gründung der Siedlung im Jahr 1943.“ Rund 80% der Befragten möchten weiterhin in ihrer Wohnung bleiben – auch ohne größere Veränderungen. 10% haben bereits einen Auszug geplant, weitere 10% würden bleiben, wenn der Wohnstandard verbessert werden würde.
Wünsche nach mehr Komfort Trotz der hohen Zufriedenheit werden auch Wünsche nach Verbesserungen genannt. Dabei geht es vor allem um die Außenfassade, fehlende Zentralheizungen und Balkone sowie eine bessere Isolierung und Schalldämmung und mehr Sitzgelegenheiten im Außenbereich. Viele Bewohnerinnen und Bewohner äußerten außerdem den Wunsch nach mehr Information über die Zukunft der Wohnanlage. Dies habe in den vergangenen Jahren immer wieder zu Gerüchten und Befürchtungen geführt. “Hier konnte die Befragung Klarheit schaffen. Die beruhigende Botschaft, dass in den nächsten fünf Jahren keine Veränderungen geplant sind, ist angekommen”, betont Heidi Lorenzi.
Sanierung nur mit Gesamtkonzept sinnvoll Zu den in der Befragung kritisierten Leerständen nennt Lorenz sachliche Gründe: „Solange es kein Zukunftskonzept für die gesamte Wohnanlage gibt, ist eine Sanierung von einzelnen Wohnungen nicht sinnvoll. Auf der anderen Seite gibt es auch kaum Nachfrage nach diesen 80 Jahre alten Wohnungen. Heute wünschen Wohnungssuchende auch im gemeinnützigen Bereich einen modernen Wohnkomfort mit einer guten Raumaufteilung, Zentralheizung, Balkon oder Terrasse, Lift und Tiefgarage.“
Unterstützung für die Bewohnerinnen und Bewohner Die Ergebnisse der Befragung werden nun von der VOGEWOSI, der Marktgemeinde Hard und dem Land Vorarlberg analysiert und sollen in die künftigen Überlegungen einfließen. Auch die Empfehlungen des ifs wie zusätzliche Sitzgelegenheiten sowie eine verstärkte Kommunikation werden aufgenommen, erklären Bgm. Staudinger und Hans-Peter Lorenz. „Besonders erfreulich ist für uns – für die VOGEWOSI und die Marktgemeinde Hard gleichermaßen — die über Jahrzehnte gewachsene Nachbarschaft und die Aussage von Heidi Lorenzi: Das soziale Miteinander in der Südtirolersiedlung Hard ist eine große Stärke dieser Anlage.“
Mit den Bewohnerinnen und Bewohnern will man im Gespräch bleiben. Wer Fragen zu seinem Mietverhältnis oder zu seiner Zukunft bei der VOGEWOSI hat, kann sich direkt an Carina Welzig-Steu wenden, Prokuristin bei der VOGEWOSI und Mietrechtsexpertin. „Wir wissen, dass viele Menschen aufgrund ihrer persönlichen oder gesundheitlichen Situation Unterstützung in ihrer Wohnsituation brauchen. Gemeinsam mit der Marktgemeinde Hard, die für die Vergabe von Wohnungen zuständig ist, finden wir für jeden und jede die richtige Lösung für die individuellen Wohnbedürfnisse.“
Alle folgenden Prozentangaben beziehen sich auf die Zahl der befragten Haushalte: